„Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.“
Winston Churchill

Du erfährst, dass du eine wichtige Klausur nicht bestanden hast, findest die Absage für deinen Traumjob im Briefkasten, dein Chef eröffnet dir, dass sich deine lange erwartete Beförderung weiter verzögert oder deine beste Freundin sagt den geplanten Kurztrip plötzlich ab.
Was haben all diese Dinge gemeinsam? Es handelt sich um Enttäuschungen, mit denen wir irgendwie umgehen müssen. Im Idealfall gehen wir am Ende sogar gestärkt daraus hervor. Doch wie können wir das schaffen?

In den letzten Jahren wurde ich dreimal mit dem gleichen Hintergrund enttäuscht. Jeweils wurde mir mitgeteilt, dass eine lang ersehnte Versetzung (wieder) nicht klappen sollte. In dieser Zeit habe ich – auch wegen der Enttäuschungen und deren Auswirkungen – begonnen mich mit Selbstmanagement und Persönlichkeitsentwicklung zu beschäftigen. Dadurch hat sich mein Umgang mit Enttäuschungen nach und nach verändert.

Nach der zweiten Enttäuschung war ich aufgrund der schlechten Nachricht noch am Boden zerstört, habe mich zurückgezogen und versucht mit seichter Unterhaltung abzulenken. Auch körperlich ging es mir nicht gut, ich war ständig müde, erschöpft und immer wieder krank. Mein Job und die fehlende Aussicht auf baldige Änderung nahmen mir jede Energie, die ich gebraucht hätte, um mich meinem Fernstudium und meinen Hobbys zu widmen.

Nach der nächsten Enttäuschung im Frühsommer letzten Jahres ging es mir einige Tage ebenfalls nicht gut. Aber dann schaffte ich es meine Aufmerksamkeit auf die Zukunft und die Dinge zu richten, die ich selbst in der Hand hatte. Ich startete diesen Blog und stürzte mich in mein Studium. Dadurch ging es mir psychisch und körperlich viel besser als im Jahr zuvor, ich machte viele neue Erfahrungen und schließlich klappte sogar die Versetzung Ende letzten Jahres doch noch.

Aber wie habe ich das geschafft und was kann dir helfen, ebenfalls besser mit Enttäuschungen umzugehen?

Hier ist mein Fahrplan zum besseren Umgang mit Enttäuschungen:

Erster Halt:
Zunächst solltest du dir ein wenig Zeit geben die enttäuschende Neuigkeit zu verdauen. Wenn du trotz großer Enttäuschung sofort weiter machst als wäre nichts gewesen, verdrängst du das Unangenehme nur und es wird wahrscheinlich irgendwann wieder hoch kommen. Es ist durchaus in Ordnung, wenn du dich die ersten Stunden oder Tage auch mal „hängen“ lässt. Wichtig ist, dass du dir jemanden suchst, der dir zuhört, Verständnis zeigt, dir dann aber auch hilft dich wieder aufzubauen. Das kann der Partner, aber z.B. auch eine gute Freundin oder der Bruder sein.

Zweiter Halt:
Das Unabänderliche zu akzeptieren ist ein Schlüssel dafür an Enttäuschungen nicht zu zerbrechen. Sich ewig darüber zu ärgern oder sich zu fragen, wie es wäre, wenn die Sache anders verlaufen wäre, bringt dich nicht weiter. Auch wenn das jetzt für den ein oder anderen etwas zu esoterisch klingen mag: Zumindest fast alle Ereignisse in unserem Leben haben einen Sinn, auch wenn sich uns dieser zunächst noch nicht erschließt.
Bei mir haben die Enttäuschungen zum Beispiel zu meinem Interesse für Selbstmanagement und zu diesem Blog geführt, den ich sonst wohl nie begonnen hätte. Eine nicht bestandene Klausur kann dazu führen, dass du dich mit Lerntechniken beschäftigst und deine Noten wesentlich besser werden oder du erkennst, dass dein aktuelles Studium doch nichts für dich ist. Sagt deine Freundin kurzfristig eine Reise ab, fährst du vielleicht alleine und lernst interessante Menschen kennen.

Letzter Halt vor dem Ziel:
Damit sind wir auch schon beim letzten Halt. Du solltest nämlich deine Energie in das stecken, was du beeinflussen kannst. Das waren bei mir meine persönliche Entwicklung, der Blog und das Lernen für meine Prüfungen.
Hat deine Beförderung nicht geklappt, könntest du dich ebenfalls auf Dinge außerhalb deines Jobs konzentrieren, z.B. deine Familie oder ein Hobby. Oder aber du strengst dich noch mehr an, um deinem Chef zu zeigen, dass er dich bei der nächsten Beförderungsrunde auf jeden Fall berücksichtigen muss. Nach der Absage für deinen Traumjob könntest du z.B. weitere Qualifikationen erwerben, die für einen solchen Job gefragt sind oder an einem Bewerbertraining teilnehmen.

Klar ist, dass diese Vorgehensweise in den meisten Fällen Geduld erfordert. Denn bis man damit Erfolge erzielt und dann vielleicht den Sinn hinter dem enttäuschenden Ereignis erkennt, vergeht oft viel Zeit. Doch das Gefühl, dass man etwas tut und damit ein gewisses Gefühl von Kontrolle behält hilft genau wie die Ablenkung durch die Konzentration auf das, was wir uns vorgenommen haben.

Bei mir hat es auch funktioniert und ich bin wirklich nicht die Geduldigste…
Versuch doch nach deiner nächsten Enttäuschung mal nach diesem Fahrplan vorzugehen.

Finde deine Balance!