In meiner Schulzeit war ich kein großer Fan davon mit Karteikarten zu lernen. Ich habe sie damals nur für die Fremdsprachen genutzt und selbst da nur bedingt. Wir mussten ohnehin Vokabelhefte führen und ich muss zugeben, dass ich oft zu faul war, die Vokabeln zusätzlich noch auf Karteikarten zu übertragen. Wer weiß, welche Noten ich bekommen hätte, wenn ich sie regelmäßig genutzt hätte…

Warum ich inzwischen gerne mit Karteikarten lerne und wie sie euch helfen können, bessere Noten zu schreiben erkläre ich euch heute.

Zunächst einmal hat sich die Karteikarten-Welt in den letzten 15 Jahren aufgrund der technologischen Entwicklungen stark verändert. Während es in meiner Schulzeit lediglich die Karten aus Papier gab, die man in entsprechende Boxen einordnen konnte sowie erste Programme für PCs, hat man heute zusätzlich die Wahl zwischen zahlreichen Apps. Ob man die Papiervariante bevorzugt oder lieber auf eine App zurückgreift, ist Geschmackssache. Aber gerade wer den (zeitlichen) Aufwand scheut die Karten per Hand zu beschriften, ist mit einer App, die die Möglichkeit bietet die Eintragungen am Computer vorzunehmen wahrscheinlich am besten bedient. Mir hat das zumindest geholfen, überhaupt wieder auf Karteikarten zurückzugreifen. Die App die ich nutze heißt Anki, mehr dazu findest du hier.

Nun zu den Vorteilen von Karteikarten und wie sie euch helfen können bessere Noten zu schreiben.

Karteikarten sind perfekt, um unterwegs (Lernen auf Reisen) – z.B. in Bus oder Bahn – zu lernen oder Wartezeiten zu nutzen. Als App auf dem Smartphone hast du sie ohnehin immer dabei. Aber auch in Papierform sind sie klein und leicht, zumindest sofern du nur immer einen kleinen Stapel, den du grade wiederholst mit nimmst und nicht eine ganze Box mit hunderten von Karten. Außerdem stellt sich nicht die Frage, ob es sich überhaupt lohnt mit dem Lernen anzufangen. Bei kurzen Zugfahrten oder Wartezeiten überlege ich mir z.B. gut, ob ich in einem komplizierten Lehrbuch weiter lese oder an einer Zusammenfassung arbeite. Dagegen reichen schon fünf Minuten, um etwas Stoff mithilfe einiger Karteikarten zu wiederholen. Nutzt du mehrere kleine Zeitfenster am Tag auf diese Weise, kommt da auch einiges an Lernzeit zusammen.

Das Beschriften der Karteikarten zwingt zudem dazu, umfangreichen Lernstoff möglichst kurz und knackig zusammenzufassen. Das kann später bei der Beantwortung von Prüfungsfragen sehr hilfreich sein. Zwar dürfen die Antworten meist nicht ganz so knapp ausfallen wie auf den Karten, aber du weißt dann schon genau, welche Punkte so wesentlich sind, dass sie unbedingt in deiner Antwort enthalten sein sollten. Auch fällt dir beim knappen Zusammenfassen leicht auf, was du vielleicht noch nicht ganz verstanden hast. So hast du noch die Möglichkeit solche Unklarheiten vor der Prüfung zu beseitigen.

Ein weiterer wesentlicher Vorteil von Karteikarten ist, dass du den Stoff mehrmals wiederholst. Zunächst bereits beim Beschriften, anschließend beim Durchgehen der Karten. Zumindest wenn du die Karten nicht sofort umdrehst, sondern zuvor versuchst selbst auf die Antworten zu kommen, bringt dieses Wiederholen auch mehr als den Stoff einfach nur immer wieder durchzulesen. Dadurch, dass du die Karten immer dabei haben kannst, wirst du sie außerdem wahrscheinlich häufiger durchgehen als ein Lehrbuch oder größere Zusammenfassungen.

Ich hoffe, dass ich dich inspirieren konnte es auch (wieder) einmal mit Karteikarten zu versuchen. Wie sieht es bei dir aus? Lernst du bereits mit Karteikarten? Wie sind deine Erfahrungen damit?

Finde deine Balance!