Kennt ihr das auch? Man hat Wochenende oder Urlaub und denkt sich, „heute habe ich endlich mal den ganzen Tag Zeit.“ Dann vertrödelt man die Zeit, lässt sich von allem Möglichen ablenken und plötzlich ist es Abend. Von dem Lernpensum, der Hausarbeit und den anderen Erledigungen, die man sich vorgenommen hat, hat man aber nur einen Bruchteil geschafft. Und das obwohl man alles locker in der zur Verfügung stehenden Zeit hätte schaffen können.

Manchmal ist es also nicht hilfreich sich zu viel Zeit für seine Aufgaben zu nehmen oder der Illusion zu erliegen, man hätte quasi endlos Zeit dafür.
Das Parkinsonsche Gesetz besagt, dass sich die Zeit, die man für eine Aufgabe braucht in dem Maße ausdehnt, wie sie zur Verfügung steht. Natürlich kommt es auch darauf an, wie komplex die Aufgabe ist, wie unsere Verfassung ist, wie die Umgebung etc. Aber auch ein relativ enges zeitliches Limit kann effizienteres Arbeiten fördern. Nimmt man sich z.B. vor in einer Stunde ein bestimmtes Kapitel aus dem Lehrbuch zusammenzufassen, schafft man das vielleicht in etwas mehr als einer Stunde. Wenn man sich keinen zeitlichen Rahmen gesetzt hätte, hätte man wahrscheinlich deutlich länger gebraucht.

Der wesentliche Grund dafür ist, dass wir uns besser auf die Aufgabe fokussieren und auf das Wesentliche konzentrieren. Wir lassen uns nicht so leicht ablenken und kommen eher in einen Flow-Zustand.
Doch wie können wir uns am besten einen sinnvollen zeitlichen Rahmen setzen? Und dabei auch noch berücksichtigen, dass wir regelmäßig Pausen brauchen, um konzentriert weiter machen zu können?

Mit der Pomodoro-Technik! Sie wurde in den 1980er Jahren von dem Italiener Francesco Cirillo entwickelt. Dieser stellte sich eine Küchenuhr in Form einer Tomate (ital.: pomodoro) auf 25 Minuten, um in dieser Zeit konzentriert an einer Aufgabe zu arbeiten und sich anschließend 5 Minuten Pause zu gönnen. So wird die Methode heute noch angewandt. Man stellt sich einen Timer, der natürlich auch digital sein darf, auf 25 Minuten und dann auf 5 Minuten Pause. Nach vier solchen Einheiten macht man eine längere Pause von z.B. 20 Minuten.

Du kannst aber natürlich mit den Zeitintervallen auch experimentieren und versuchen, die für dich optimale Dauer der Einheiten herauszufinden. Falls deine Motivation anzufangen gerade sehr gering ist, könntest du z.B. mit noch kürzeren Einheiten von 15 Minuten beginnen. Sich 15 Minuten hinzusetzen und zu lernen, ist doch wirklich kein Problem, oder? Fehlt es dir trotzdem noch an Motivation, findest du hier weitere Tipps.
Falls du merkst, dass dir 25 Minuten zu kurz sind, weil du dich locker 45 Minuten konzentrieren kannst und du nicht so schnell in deinem Flow unterbrochen werden willst, kannst du die Einheiten natürlich entsprechend ausdehnen. Ich passe die Länge beispielsweise gern an die jeweiligen Aufgaben und meine aktuelle Verfassung an.

Ebenfalls solltest du ausprobieren, mit welchen Hilfsmitteln du am besten klar kommst. Deinem Handytimer, einer App, einer Sanduhr oder doch der Küchenuhr? Es gibt inzwischen zahlreiche Apps zur Pomodoro-Technik. Ich habe schon einige ausprobiert, aber war mit keiner so richtig zufrieden. Diejenigen, die alle Funktionen haben, die ich möchte – wie z.B. die Möglichkeit verschieden lange Intervalle einzustellen – sind entweder nicht kostenlos oder enthalten ziemlich viel Werbung. Normalerweise habe ich nichts gegen Werbung in kostenlosen Apps, aber wenn man versucht fokussiert zu lernen oder zu arbeiten, lenkt sie einfach zu sehr ab. Daher werde ich wohl wieder zum einfachen Handytimer zurück gehen.

Falls du Tipps für gute Pomodoro-Apps hast, kannst du diese gerne in die Kommentare schreiben. Ebenfalls natürlich deine Erfahrungen mit dem Parkinsonschen Gesetz oder der Pomodoro-Technik.

Finde deine Balance!