Vor fast einem halben Jahr habe ich euch einen Überblick über nützliche Lerntechniken gegeben. Darunter war auch das Mindmapping. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich selbst das Mindmapping bis dahin wenig genutzt hatte, obwohl ich es für eine sehr sinnvolle Technik halte. In den letzten Monaten habe ich dann viel mit Mindmaps gearbeitet und bin ein richtiger Fan dieser Methode geworden. Daher möchte ich euch heute fünf Fragen beantworten, die sich rum ums Mindmapping stellen.

1. Warum ist Mindmapping so sinnvoll?
In unserem Gehirn werden Informationen ähnlich wie auf einer Mindmap netzartig organisiert. Diese Ähnlichkeit kommt unserem Denkapparat entgegen und führt dazu, dass wir uns die Inhalte besser merken können. Zudem regt Mindmapping das Zusammenspiel unserer beiden Gehirnhälften an. Die linke Gehirnhälfte ist bei den meisten Menschen für logisches und analytisches Denken sowie Sprache und Rechnen zuständig, während die Rechte auf räumliches Vorstellungsvermögen und Kreativität spezialisiert ist. Die sprachlichen Inhalte einer Mindmap werden also in der linken Gehirnhälfte, die Muster, Formen und Farben in der rechten verarbeitet. Durch die Aktivierung der rechten Hemisphäre wird dazu noch unsere Kreativität geweckt.

2. Wofür eignet sich Mindmapping?
Mindmapping ist vielseitig einsetzbar. Es eignet sich sowohl dazu kreative Ideen zu generieren und Probleme zu lösen als auch umfangreichen (Lern)stoff zu ordnen sowie zu wiederholen und zu vertiefen. Du kannst Mindmaps daher nutzen, um Ideen für Haus- oder Abschlussarbeiten zu finden und zu strukturieren, komplexe Sachverhalte besser zu verstehen, Übungsaufgaben zu lösen sowie wesentliche Inhalte einer Vorlesung oder eines Lehrbuchs/-briefs festzuhalten und um den Stoff während der Prüfungsvorbereitung zu wiederholen.

3. Was braucht man um Mindmaps zu erstellen?
Hier stellt sich mal wieder die Frage: digital oder analog? Für eine analoge Mindmap genügen Papier und Stift. Das Papier sollte mind. DinA4-Größe aufweisen. Bei der Auswahl der Stifte kommt es vor allem darauf an, ob bzw. mit wie viel Farbe du arbeiten willst.

Um eine digitale Mindmap zu erstellen brauchst du einen PC oder ein Tablet sowie eine entsprechende Software. Falls du ein Gerät mit der Möglichkeit der Stifteingabe hast, genügt eine Notiz-App als Software. Ansonsten gibt es zahlreiche Mindmapping-Tools für PC und Tablet. Hier findest du eine Übersicht.
Ich hatte in den letzten Jahren ab und zu mal Mindmaps mit digitalen Tools erstellt, bin damit aber nie richtig warm geworden. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind allerdings sehr umfangreich und man hat die einmal erstellte Mindmap immer mit dabei, wenn man unterwegs lernen will. Ob das Smartphone mit seinem kleinen Bildschirm dafür allerdings so gut geeignet ist, ist eine andere Frage.

4. Wie geht man bei der Erstellung von Mindmaps vor?
Vorab solltest du dir überlegen, was der Inhalt deiner Mindmap sein soll. Bei Büchern, Lehrbriefen oder Vorlesungen bietet es sich an, für jedes Kapitel, Unterkapitel bzw. jeden einzelnen Vorlesungstermin eine eigene Mindmap zu erstellen. Falls du dir am Ende die Zeit nimmst zusätzlich eine Übersichts-Mindmap über den Inhalt des ganzen Buches oder der gesamten Vorlesungen des Semesters in einem Fach anzufertigen, wirst du dir leichter tun, das große Ganze nicht aus dem Blick zu verlieren.

Im Mittelpunkt einer Mindmap steht das Thema oder der zentrale Begriff. Um diesen herum ordnest du die Hauptzweige an. Es sollten möglichst nicht mehr als sieben Hauptzweige sein. Du kannst gegebenenfalls zunächst mehr einzeichnen, dann aussortieren und nur die wichtigsten behalten. Von den Schlüsselwörtern an den Hauptzweigen können weitere Zweige abgehen. Die Mindmap sollte keine Sätze und möglichst wenige Wörter enthalten.

Für mehr Übersichtlichkeit können die (Haupt)zweige im Uhrzeigersinn angeordnet oder nummeriert werden. Außerdem kannst du mit Farben, Zeichnungen, Symbolen und verschiedenen Schriftgrößen arbeiten, um den Stoff zu ordnen oder einzelne Inhalte zu betonen. Folgepfeile, Doppelpfeile und Umkreisungen kannst du verwenden, um Gedankenverbindungen zu verdeutlichen. Am besten lässt du zwischen allen Zweigen noch etwas Platz, damit du die Möglichkeit hast, nachträglich überall noch passende Inhalte einzufügen.

5. Ist Mindmapping auch was für dich?
Die Technik ist aufgrund der flexiblen Einsatzmöglichkeiten und der Freiheit bei der Gestaltung grundsätzlich für jeden geeignet. Aber letztlich musst du ausprobieren, ob du mit Mindmaps gut zurecht kommst. Also experimentiere doch einfach mal ein bisschen mit Papier und Stift oder einem der digitalen Tools.

Finde deine Balance!